
Jean-Baptiste Ollivier, ein ehemaliger Partner des Puerto de Liverpool in Mexiko, wandte sich im Jahr 1900 an Eugène Marx wegen des Baus einer Villa, die er unweit der kurz zuvor für Casimir Reynaud erbauten Villa Les Mélèzes errichten wollte.
Beschreibung
Ein erstes vorläufiges Projekt, das in der Tradition der École des Beaux-Arts mit Tusche und Bleistift und Aquarell ausgeführt wurde, zeigt einen klassischen Geist. Die symmetrischen, aber ungleichen Fassaden mit zentralem Risalit und gebrochenen Dächern verraten einen post-haussmannschen Stil, der in den Randgebieten der Stadtzentren weit verbreitet ist.
Die Innenaufteilung entspricht dem Stil der zeitgenössischen bürgerlichen Architektur, die Empfangsbereiche und Dienstleistungen im Erdgeschoss konzentriert und die oberen Stockwerke für die Schlafzimmer reserviert.
Nahe dem Eingang, im Nordosten, befindet sich das Arbeits- oder Raucherzimmer, der Raum zur ausschließlichen Nutzung durch den Hausherrn, der dort sein Büro und seine Bibliothek einrichtet und seine ehemaligen Mitarbeiter empfängt.
Im Nordwesten liegt die Küche, die über eine Diensttreppe erreichbar ist, gut beleuchtet und gefliest ist und durch die Speisekammer vom Esszimmer getrennt ist.
Nach Süden hin schließt sich das Esszimmer an das große und kleine Wohnzimmer an.
Im Obergeschoss öffnen sich die Schlafzimmer von Madame und Monsieur nach Süden und teilen sich Bad und Toilette; im Norden liegen die Kinderzimmer. Im Dachgeschoss befinden sich die unbeheizten Schlafzimmer ohne sanitäre Einrichtungen, die dem Personal vorbehalten sind.
Das von Jean-Baptiste Ollivier gewählte und 1904 fertiggestellte Projekt unterscheidet sich deutlich davon und sieht eine asymmetrische Behandlung der Fassaden vor. Im Süden wird ein polygonaler Risalit verwendet, der vollständig von Erkern durchbrochen ist, die von geformten Türrahmen eingerahmt werden. Im Gegensatz zur Nordfassade zur Straße, die 1987 überarbeitet wurde.
Eugène Marx greift hier das Thema des polygonalen Avantkorps auf, das zwei Jahre zuvor in Jausiers mit der Villa Morelia eingeweiht wurde.
In den 1980er Jahren wurde der feine, getönte Tiroler Putz der Villa entfernt, der noch heute an der Gestaltung der Schornsteine zu erkennen ist.
Nur das Mauerwerk des Sockels aus lokalem Bruchstein, der mit Zementmörtel verfugt und neu verfugt wurde, sollte sichtbar bleiben, gekrönt von einer Stuckleiste und einem Band aus Hartgestein aus Cassis. Die weißen Stuckteile, die Fensterrahmen und das Gesims bestehen aus hydraulischem Gips aus Jausiers. Als Zeichen des Wohlstands ist der Balkon nun auf allen Etagen vorhanden.