für Ihre privaten Foto
Photo : crédits Ubaye Tourismus

Die Villa Le Chastel wurde 1905 für Léon Faudon, den Gründer des Ladens El Gran Oriental in Mexiko-Stadt, erbaut und nimmt einen besonderen Platz in der Ubaye-Produktion des Architekten Francis Girard ein.

Beschreibung

Der klassische Stil der Fassaden verrät einen ausgeprägten italienischen Charakter. Die Villa wirkt wie ein „Palazzo“ und steht im Kontrast zur malerischen Silhouette ihrer Nachbarin, der Villa André.

Sein regelmäßiger rechteckiger Grundriss, eine Rückkehr zum Quader und zu einem gewissen Klassizismus, bringt diesen Bau näher an die allerersten Villen heran, von denen eine, die auf der anderen Straßenseite gelegene Villa La Sapinière, vielleicht nicht ohne einen gewissen Einfluss war.

Ein diskretes Spiel von dorischen Zwillingspilastern lehnt jeglichen volumetrischen Effekt ab und unterstreicht die Regelmäßigkeit und symmetrische Organisation der Fassaden. Der Schwerpunkt liegt im Norden wie im Süden auf dem zentralen Erker mit seinem als rhythmischer Erker behandelten Portal und seinem pseudo-serlischen Erker mit Balkon.
Der italienische Stil setzt sich im Inneren mit üppigen Malereien italienischer Künstler fort, die noch identifiziert werden müssen.

Die große Wohnloggia, die sich zwischen dem kleinen Wohnzimmer und dem Esszimmer befindet, öffnet sich an der Südfassade zu einem Obstgarten, der symmetrisch zu beiden Seiten einer Mittelachse angeordnet und mit üppigen Blumen geschmückt ist (die Villa trug früher den Namen Villa Les Fleurs). Sie bildet das Wohnzimmer der Villa und konzentriert den wesentlichen Teil der Inneneinrichtung.

Das für die bemalte Decke gewählte dekorative Thema ist Azurblau, in dessen Mitte sich eine Gruppe von Schwalben frei bewegt, abgegrenzt durch ein Trompe-l'œil-Gitter. An den Enden erhalten die vier identisch behandelten Zwickel ein ausgeprägtes Blumenmotiv. Das Ganze ist in hellen, verführerischen Tönen ausgeführt.

Auch die Türrahmen zum Wohn- und Esszimmer sind mit Malereien verziert: einem Fries, der Füllhörner, Blumen und Kartuschen gruppiert.

Der Zugang zum Vestibül, gekennzeichnet durch eine doppelte Glastür, ist mit einer Glaspastendekoration versehen, die Schnörkel und Blumenmotive kombiniert.

Der Boden des Vestibüls und der großen Lounge-Loggia besteht aus einem üppigen Belag aus abwechslungsreichen und farbenfrohen Steingutfliesen, die wesentlich zur dekorativen Wirkung des Ganzen beitragen.

Aktualisiert am 14.04.2026 - Ubaye Tourismus